Borderline-Netzwerk e.V.

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Um zu verstehen, warum dieser blog, was mich bewegt, und warum ich diesen Weg nun gehe, da gilt es, nochmals zurückzuschauen auf das, was mich im BL Bereich unheimlich geprägt hat.

Es ist eine Gelegenheit, trotz allem nach so vielen Jahren auch DANKE zu sagen, an alle, die mich aushalten mussten…

Sassa, bordermax, eagle,psychofloh, weltis, lalena, phoe, claudia

mArmbrust, MBohus, H.Gunia, CHStieglmayr….

Ihr habt mein Leben sehr bereichert.

Und hier das Interview “wie alles begann :-)

Es ist offensichtlich, dass das alles schon ein paar Jahre her ist. Aber ich habe es auch nicht verändert, denn es ist eben das, was mich auch zu dem gemacht hat, wer ich bin.

 

 

 

~
Entstehung und Idee ~

Hier möchten wir Ihnen einen kleinen
Überblick über die Entstehungsgeschichte geben und die Idee des
Borderline Netzwerk e.V., unseren Grundgedanken vorstellen.

 


März 2003

DBT Forum

von Thora und Sassa bei www.carookee.com

 


Dezember
2003


Projekt
Borderline-Netzwerk


März 2005


Vereinseintragung

 

 

 


Interview
mit Sabine Barth (Sassa) und thora

- Gründerinnen der Idee “Borderline-Netzwerk” -

Stand: Oktober 2006

1. Das
Borderline-Netzwerk e.V. gibt es nun über ein Jahr, die Idee des
Netzwerkes schön länger. Wie fing alles an?

 


Sassa:

Es fing alles damit an, dass wir uns bei einer anderen großen
Internetplattform kennen gelernt haben. Wir waren beide „DBT-verrückt“,
hatten aber dort nicht genügend Austauschmöglichkeiten. So entstand
Anfang des Jahres 2003 ein kleines DBT-Forum.


Thora:

Wir hatten vor Ort keine Möglichkeit, eine Skills Gruppe zu
besuchen, so haben wir online die Themen des Manuals bearbeitet, uns
ausgetauscht und gegenseitig motiviert.

Ende des Jahres
haben wir beschlossen, das Projekt: Borderline-Netzwerk zu machen,
da wir mit unserem kleinen DBT Forum recht wenige Menschen erreicht
haben, und uns auch klar wurde, dass wir andere, Borderline
relevante Themen in unser Austauschangebot mit aufnehmen
sollten/wollten.

Seit über einem
Jahr sind wir eingetragener Verein und unsere Angebote und Aufgaben
gehen weit über den online Austausch hinaus.


2. Ihr beide seid von Anfang an dabei. Was ist das
für ein Gefühl zu sehen, was sich da entwickelt hat? Von den
Anfängen bis Jetzt?

 


Sassa:

Ich glaube, keine von uns hat gedacht, dass wir uns so schnell so
groß entwickeln mit den ganzen Projekten, die wir jetzt dabei haben.


Es ist ein
gutes Gefühl zu sehen, dass wir einige Borderline-Betroffenen
erreicht haben und auch unsere Angebote genutzt werden.

 


Thora:

Was mich am Glücklichsten macht ist die Erfahrung, dass dieses
Netzwerk wirklich greift. In der Realität und online. Dass sich
persönliche Kontakte entwickelt haben.

Ich bin nach
wie vor von der Idee überzeugt und stehe mit ganz viel Idealismus
dahinter. Es ist einfach klasse, wie viele sich in den letzten
Jahren mit für die Netzwerk Idee begeistern konnten und aktiv am
„vernetzen“ mithelfen. Es ist toll, zu sehen, wie viele Menschen
Teile von sich selbst hier einbringen, damit das Netzwerk wachsen
kann.

Und was ganz
wichtig ist – ich fühle mich dort ein Stück zu Hause

3. Warum habt ihr
euch die DBT zum Schwerpunkt im Verein gewählt? Was verbindet ihr
damit? (Für euch persönlich und/oder bezogen auf das
Borderline-Netzwerk e.V.)

 


Sassa:

Die DBT ist für mich eine Art „Lebensstil“ .

Es ist ein Weg, um mit Borderline leben zu können. DBT ist keine
Therapie, sondern sie muss gelebt werden – jeden Tag. Und ganz nach
dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“ ist die DBT einfach etwas, was
sich im Selbsthilfebereich optimal umsetzen lässt. Das gemeinsame
„dran bleiben“ motiviert und hilft dabei, achtsam zu bleiben.


Andererseits
lässt die DBT unheimlich viel Spielraum für Weiterentwicklung. Wir
können aus der Selbsthilfe heraus, über die Wünsche und Bedürfnisse
von uns Betroffenen helfen, diese Therapieform zu optimieren und
weiterzuentwickeln.

 


Thora:

Für mich persönlich verbinde ich die DBT damit, dass sich dadurch
mein Leben verändert hat, seit ich sie kennen gelernt habe. Es ist
eine andere Art der Lebensform, die mir von Anfang an gut geholfen
hat, mit der ich auch was anfangen konnte.


 


Wir sind beide überzeugt von
der DBT und möchten das an so viele wie möglich weitergeben.


4. Der Borderline-Netzwerk e.V. ist eine
deutschlandweite (teilweise europaweite) Selbsthilfeorganisation,
ein Selbsthilfeverein.


Welche Rolle spielt Selbsthilfe für euch? Welche
Erfahrungen habt ihr damit gemacht, aus Sicht Betroffener und
inzwischen auch aus „professioneller“ Perspektive?

 


Sassa:

Für mich spielt die Selbsthilfe eine große Rolle. Man hat Austausch
mit Menschen, die einen verstehen, die wissen, von was ich rede und
ich weiß, wovon sie reden. Es ist ein Verständnis da, das es nur
unter Betroffenen geben kann. Wobei man natürlich auch klar sagen
muss, dass die Selbsthilfe keine Therapie ersetzen kann und will.
Sie ist ergänzend da.


Ich mache den
Unterschied nicht zwischen Betroffener u. „professioneller“
Perspektive. Weil ich einfach Betroffene bin und niemals eine
„Professionelle“ sein werde.


 


Thora:

Ich hab es weiter vorn schon gesagt, dass die Selbsthilfe für mich
auch etwas ist, was ich „erfahre“, was verbindet, was motiviert.


Aus
„professioneller Sicht“ ist die Selbsthilfe sicher ein Medium, das
unterstützend und begleitend zu Therapien stattfinden kann, und vor
allem in Therapiepausen ein Gefühl von Stabilität vermitteln kann
und das weiter „an sich arbeiten“, sich mit sich auseinandersetzen
unterstützt.



5.
Insgesamt ist das Thema Borderline, die Krankheit, ein sehr Kräfte
zehrendes Thema, für die Betroffenen selbst; für Experten, Ärzte und
Therapeuten sowie die Angehörigen, die Arbeit daran und damit. Ihr
seid selber Betroffene und leistet gleichzeitig etwas für andere
Betroffene. Was motiviert euch daran? Und wie schafft ihr eine
Abgrenzung? Ist das schwer?


Sassa:

Borderline ist glaub ich für jeden etwas anstrengend. Für einen
selber mal mehr, mal weniger, je nach Stimmung. Ich sehe es nicht
so, dass ich was für Andere leiste, es ist so was wie Geben und
Nehmen. Ich habe hier gelernt, mich abzugrenzen, weil ich anfangs
wirklich mit jedem mitgelitten habe. Das ist auf Dauer nicht
praktizierbar. Inzwischen versuche ich eher, den Menschen was
Hilfreiches zu sagen, anstatt in deren Leid zu versinken. Mich
motiviert einfach, dass ich gerade mit der DBT so viele gute
Erfahrungen gemacht habe, dass ich diese gerne weitergeben möchte.

 


Thora:

Was mich motiviert ist zum einen eine sehr
simple und moralische Geschichte


J

Ich hab soviel Hilfe in meinem Leben bekommen, und das ist ein guter
Weg, dies zurückzugeben.


Zum anderen ist
halt unheimlich viel Idealismus dabei. Der unbedingte Glaube an den
Netzwerk Gedanken und sicherlich auch der Wunsch, diese Erfahrungen
nicht „umsonst“ gemacht zu haben. Etwas von dem weiterzugeben, dabei
zu helfen, dass es andere nicht ganz so schwer haben. Es kann noch
so viel gemacht werden, und es muss noch so viel gemacht werden. Was
ich dazu beitragen kann, werde ich tun.


Abgrenzung ist
ein großes Thema.


Aber dank der
Erfahrung und der Unterstützung von Experten und Supervisoren haben
wir Wege gefunden. Nicht zuletzt auch dank der DBT, die in dem
Modell der Effektivitäten und Prioritäten hier ganz klare Antworten
gibt. Abgrenzung ist IMMER ein Thema bei Borderline, und wenn  wir
die Skills und die DBT auch innerhalb des Teams und an uns selber
anwenden klappt das meist recht gut. Und wir sind nicht allein, wir
haben einander. Achtsamkeit für uns selber und füreinander gehen
Hand in Hand.


6. Der Borderline-Netzwerk e.V. versteht sich ja als
ein weitreichender Verein, der sich Vernetzung zur Aufgabe gemacht
hat. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten – mit
Ärzten, Therapeuten, Kliniken und anderen Vereinen, Verbänden sowie
dem Gesundheitswesen an sich notwenig.


Wie wichtig ist euch diese Zusammenarbeit? Wie
gestaltet sie sich bereits? Und was würdet ihr euch für die Zukunft
noch von dieser Zusammenarbeit wünschen?


Sassa:

Die Zusammenarbeit halte ich für außerordentlich wichtig. Wir
wollten ja immer ein großes Netzwerk sein. Nur leider mussten wir
feststellen, dass die Zusammenarbeit von anderen
Selbsthilfeprojekten nicht gewünscht ist.


Die
Zusammenarbeit mit unseren Experten, funktioniert meist sehr gut.
Sie stehen uns beratend zur Seite und sind auch erreichbar für uns,
besonders in Krisen.


Wir versuchen
seit einiger Zeit mehr an die Öffentlichkeit zu gehen.


Wir wünschen
uns mehr Zusammenarbeit zwischen anderen Selbsthilfe-Organisationen
wünschen und zwischen weiteren Experten, die uns oft nicht so gerne
sehen und nicht „für voll“ nehmen.


Thora:

Derzeit arbeiten
wir
eng mit dem Dachverband der DBT und Dr. Armbrust (Klinik Bad
Bramstedt) zusammen, sowie mit Herr Gunia (Darmstadt), Herr
Votsmeier – Röhr (Grönenbach) und dem Borderline-Netzwerk Berlin
Brandenburg über Dr. Stieglmayr.


Diese
Zusammenarbeit garantiert zum einen die Qualität der Informationen,
die wir nach außen geben, was ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist.
Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Hierzu gehört in erster
Linie der Besuch des Dachverbandstreffens jedes Jahr, um „Up to
date“ zu sein, was Zahlen, Entwicklung und Forschung angeht. Ich
würde mir wünschen, dass noch mehr Experten die Chance erkennen, die
in der Zusammenarbeit mit Betroffenen steckt. Denn Borderline
verändert sich. Die Bedürfnisse verändern sich. Und wer könnte das
deutlicher und treffender formulieren, als die Betroffenen selbst.


Sassa und ich
sind so ne Art „erste Generation DBT Therapierter“,


Wir wünschen
uns, dass uns die Experten ernst nehmen, uns nach unserer Meinung,
nach unserer Erfahrung und den Bedürfnissen fragen.


Durch unsere
Erfahrungen aus über 3 Jahren online Skills Gruppe sind wir die
einzige Organisation in Deutschland, die auf dieser Selbsthilfebasis
„arbeitet“. Nicht nur Austausch, sondern wirklich „Arbeit“ an uns
selbst und miteinander stehen bei uns im Vordergrund.


Wir denken,
dass wir als Verein ein wichtiges Sprachrohr für Betroffene sind.


Und wir
wünschen uns, dass wir von Experten und auch Krankenkassen gehört
werden.


7. Was sind die
Ziele für die Zukunft des Vereines? Woran möchtet ihr noch
mitwirken? Was ist euch wichtig noch zu erreichen? Mögt ihr einen
kleinen Ausblick geben, was die „Welt“ noch zu erwarten hat?

 

Sassa und
Thora:

Für die nächsten Jahre hat der Verein noch einige
Punkte, einige Ziele die uns allen wichtig sind, die angegangen
werden sollen.


 

 

 

 

 

2 commenti su “Borderline-Netzwerk e.V.

  1. LIebe Thora,
    ich bin gerade zufällig hier gelandet und habe auch das “Danke” an mich gesehen und mich gefreut.
    Ich werde nie vergessen, wie ich im BN in die FL gekommen bin und Du meinstest, jetzt müssen wir mal telefonieren, wovor ich große Angst hatte. Es war dann aber ein erster Schritt aus einer sehr langen Isolation. Danke dafür.
    Lalena

    • Liebe Lalena, ich denke oft an das BN und nach einer sehr intensiven Zeit habe ich nun das Gefühl angekommen zu sein auf dem Weg, den ich weiter gehen möchte. Ich freue mich mega von Dir zu hören.
      lg thora

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