Der Innere sichere Ort

Hier vorab einmal eine Definition von Reddemann

Der sichere innere Ort

nach Luise Reddemann

Nehmen Sie sich etwa fünfzehn Minuten Zeit, in denen Sie möglichst ungestört sind.
Entwickeln Sie innerlich ein Bild von einem Ort, an dem Sie sich absolut sicher, wohl und geborgen fühlen… Das
kann ein Ort sein, an dem Sie schon einmal waren. Vielleicht erinnern Sie sich an einen Ort, der für Sie etwas
Besonderes war und der auf Sie eine heilende Wirkung hatte… Es kann aber auch ein Ort sein, den Sie sich in
ihrer Fantasie vorstellen, von dem Sie einmal gelesen haben oder von dem Sie geträumt haben. In Ihrer
Vorstellung ist alles möglich… Es ist ein Ort, den nur Sie allein betreten können und allenfalls freundliche,
hilfreiche Wesen, die Sie herbei bitten oder rufen. Menschen sollten keinen Zugang zu diesem Ort haben. Lassen
Sie sich Zeit und begeben Sie sich auf die Suche nach einem solchen Ort…
Vielleicht sehen Sie Bilder… vielleicht spüren Sie irgendetwas… vielleicht denken Sie zunächst auch nur an einen
solchen Ort. Lassen Sie auftauchen, was auch immer auftaucht und nehmen Sie es an… Sollten bei Ihrer Suche
nach dem sicheren inneren Ort unangenehme Bilder oder Gedanken auftauchen – was schon einmal geschehen
kann – so beachten Sie diese möglichst nicht und gehen Sie weiter. Seien Sie sich gewiss, dass es diesen
sicheren Ort für Sie gibt und Sie nur eine Zeit lang geduldig suchen müssen.
Es kann sein, dass der Ort ganz in Ihrer Nähe aufzuspüren ist, es kann aber auch sein, dass er sehr weit entfernt
irgendwo auf dieser Welt / in diesem Universum ist… Machen Sie sich bitte klar, dass Ihnen bei der Suche und
Ausgestaltung Ihres sicheren inneren Ortes alle nur denkbaren Hilfsmittel zur Verfügung stehen, zum Beispiel
Fahrzeuge, Werkzeuge, Materialien und sogar magische Hilfsmittel.
Wenn Sie das Gefühl haben, einen Ort gefunden zu haben, an dem Sie sich wohl und geborgen fühlen, dann
geben Sie ihm einen Namen Ihrer Wahl…
Jetzt prüfen Sie, ob Sie dort wirklich ganz und gar sicher sind und sich wohl fühlen. Schauen Sie nach, ob Sie es
sich dort bequem machen können. Es ist wichtig, dass Sie sich vollkommen wohl, geborgen und sicher fühlen.
Richten Sie sich Ihren sicheren inneren Ort also bitte so ein, dass dies möglich ist. Lassen Sie sich Zeit, stellen
Sie sich das alles genau vor und beschreiben Sie es für sich in Ihrem Inneren…
Wenn Sie Ihren sicheren inneren Ort gefunden haben und ihn zu Ihrem völligen Wohlbefinden und Ihrer
Sicherheit ausgestaltet haben, lassen Sie sich dort ein wenig nieder und spüren Sie bitte genau, wie es Ihrem
Körper damit geht, an diesem sicheren Ort zu sein. Lassen Sie sich Zeit.
Was sehen Sie? – Was hören Sie? – Was riechen Sie? – Was spüren Sie auf der Haut? – Wie geht es Ihren
Muskeln? – Wie ist Ihre Atmung? – Wie geht es Ihrem Bauch? – Entspricht die Temperatur an Ihrem sicheren Ort
Ihren Bedürfnissen? Nehmen Sie das bitte ganz genau wahr, damit Sie wissen, wie es sich anfühlt, an diesem
sicheren Ort zu sein. Bleiben Sie noch einen Augenblick an Ihrem Ort und genießen Sie das Wohlgefühl, die
Sicherheit und die Geborgenheit, die Ihnen Ihr Ort gibt…
Damit es Ihnen künftig leichter fällt, an Ihren sicheren Ort zurückzukehren, verabreden Sie jetzt mit sich selbst ein
Zeichen, mit dessen Hilfe Sie jederzeit an Ihren sicheren Ort gehen können. Das kann eine kleine Körpergeste
sein, die Sie oft ausführen oder eine neue kleine Geste. Es wäre gut, wenn Sie die Geste jetzt ausführen und
gleichzeitig noch einmal intensiv an Ihren sicheren Ort denken… So verknüpfen Sie in der Vorstellung Ihren
sicheren Ort mit dieser Geste. Immer wenn Sie diese Geste machen, können Sie zukünftig an den sicheren Ort
gehen und ihn spüren.
Spüren Sie jetzt bitte noch einmal, wie gut es Ihnen an diesem sicheren Ort geht und kommen Sie dann bitte
wieder zurück in den Raum, in dem Sie sich befinden.


Was heisst das nun im Zusammenhang mit dem immerwährenden Gebet?
Für mich ist der innere sichere Ort in den letzten Jahren das Herz geworden. Dort wo ich den Herzschlag spüre. Nicht umsonst heisst das Jesusgebet auch Herzensgebet. Dort ist meine “innere Wüste”. Der Ort, an dem Stille herrscht. Egal, wieviel Kinder um mich herum sind.

Die Herausforderung im Alltag ist es, sich immer wieder bewußt an diesen Ort zurückzuziehen, oder/und, sich ständig der Anwesenheit Gottes (in mir) bewußt zu sein.

Dazu ist die “Technik” des inneren sicheren Ortes hilfreich, da sich dies zeitgleich mit den Anstürmen des Alltags praktizieren lässt, und nach einiger Übung nicht kompliziert ist aufzusuchen… Dorthin kann man sich immer und zu jeder Zeit begeben.

Man kann sich ein Bild vorstellen, eine Ikone, eine Wüste… ich persönlich “rieche” den Weihrauch dort…..

karfreitag1

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